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Zukunft denken – Räume gestalten (1)

Wie können öffentliche Räume so gestaltet werden, dass sie den Herausforderungen des Klima- und sozialen Wandels standhalten und gleichzeitig die Lebensqualität für den Menschen erhöhen? Diese Frage stand im Zentrum einer Veranstaltung, die kürzlich in Güssing stattfand. Im Fokus lagen nicht die Probleme, sondern konkrete, kreative Lösungsansätze: Maßnahmen, die Überhitzung, Hochwasser und Extremwetter begegnen und gleichzeitig Impulse für eine nachhaltige, naturnahe Entwicklung im ländlichen Raum geben. Die vorgestellten Ideen sollen zur weiteren Auseinandersetzung anregen –mit dem Ziel, das Leben in Güssing und der Region durch zukunftsfähige Gestaltung aktiv zu verbessern.

Erste Station des Tages war die Festwiese in Güssing, wo sechs Konzepte zur Neugestaltung des Areals präsentiert wurden. Entwickelt wurden die Entwürfe von Tiefbau-Maturant:innen mit dem Ziel, Hochwasserschutz mit Aufenthaltsqualität zu verbinden. Vorgesehen sind eine neue Fuß- und Radbrücke, gastronomische Angebote, öffentliche WC-Anlagen sowie unterschiedliche Nutzungsbereiche wie ein Spielplatz oder ein Zirkusgelände, eingebettet in eine vielseitige Parklandschaft.

Die sechs Projekte zeigen jeweils unterschiedliche Ansätze: „Riesenschlange“ renaturiert den Flusslauf der Strem und schafft neue Sichtachsen auf die Burg; „Stre(a)mtastisch“ nutzt erweiterte Uferzonen zur Hochwasserrückhaltung und bietet Inseln, Hügel und Veranstaltungsflächen; „Flow“ legt den Fokus auf Erholung und einen naturnahen Flussraum; „Der Klang des Wassers“ schafft durch rhythmische Uferformen – sogenannte „Klangräume“ – ökologischen Mehrwert; „Carolus Clusius Park“ erinnert an den Botaniker Clusius mit geschwungenen Wegen, inspiriert von Tulpenblättern; und „Im Auge des Kraters“ beschreibt einen 80 Meter großen, trichterförmigen Einschnitt, der als kommunizierendes Gefäß Hochwasser aufnehmen kann. Gleichzeitig entsteht ein besonderer Aufenthaltsort mit Blick auf die Burg. Die Mitte des Kraters – die Pupille – vergrößert sich bei steigendem Wasserspiegel und macht so die Veränderung des Wasserstandes sichtbar und erlebbar.

Anschließend führte der Weg zum WimCenter, wo Schüler:innen der 3. Klasse Hoch- und Holzbau ihre Konzepte zur Reduktion sommerlicher Überhitzung präsentierten. Mehr dazu im Bericht Zukunft denken – Räume gestalten (2).

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