Im Rahmen des Infotages berichteten Role Models – Technikerinnen aus der Privatwirtschaft – aus ihrem Berufsalltag. Sie gaben den Schülerinnen persönliche Einblicke in ihre Karrierewege, sprachen über Herausforderungen, die Frauen in technischen Berufen begegnen können, und zeigten zugleich die vielfältigen Chancen und positiven Entwicklungen auf, die sich ergeben, wenn Frauen verstärkt in technische Branchen einsteigen.
Darüber hinaus hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich bei der Österreichischen Hochschüler*innenschaft über verschiedene tertiäre Studienmöglichkeiten zu informieren und Fragen rund um Studienwahl und Studienalltag zu stellen.
Die offizielle Begrüßung erfolgte durch Frau Landesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler, die mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der Veranstaltung unterstrich. Ebenfalls unter den Ehrengästen war die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Burgenland, Frau Mag. Aniko Benkö, MA, die sich ebenfalls klar für mehr Mädchen und Frauen in MINT-Berufen aussprach. Ein besonderer Dank gilt der Industriellenvereinigung Burgenland für die Unterstützung und das Sponsoring der Veranstaltung.
Für eine technische Schule wie die HTL Pinkafeld ist es ein zentrales Anliegen, Mädchen und junge Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in technischen Bereichen ist hoch, gleichzeitig bieten diese Berufsfelder hervorragende Karriere- und Einkommenschancen. Zudem fördert ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis Innovation, vielfältige Perspektiven in Teams und eine positive gesellschaftliche Entwicklung. Programme wie FIT verfolgen daher gezielt das Ziel, mehr Frauen für zukunftsorientierte Branchen mit attraktiven Karriereperspektiven zu gewinnen – ein Anliegen, das von der HTL Pinkafeld ausdrücklich unterstützt wird.
Trotz positiver Entwicklungen bestehen am Arbeitsmarkt weiterhin strukturelle Ungleichheiten. In Österreich liegt der Gender Pay Gap nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt. Gründe dafür sind unter anderem die hohe Teilzeitquote von Frauen, ihre stärkere Konzentration in geringen entlohnten Branchen, ihre geringere Präsenz in Führungspositionen sowie der größere Anteil unbezahlter Care-Arbeit. Zudem lässt sich ein Teil der Lohnunterschiede statistisch nicht vollständig erklären, was auf strukturelle Benachteiligungen hinweist.
Diese Unterschiede wirken sich langfristig auch auf die Pensionen aus: Frauen erhalten im Durchschnitt rund 40 % weniger Pension als Männer. Häufige Ursachen sind unterbrochene Erwerbsbiografien, geringere Einkommen sowie ein höherer Anteil an unbezahlter Betreuungs- und Pflegearbeit.
Gerade deshalb sieht die HTL Pinkafeld eine besondere Verantwortung darin, Mädchen frühzeitig für Technik zu begeistern. Jede Schülerin, die sich für einen technischen Bildungsweg entscheidet, stärkt nicht nur ihre persönlichen Zukunftschancen, sondern trägt auch dazu bei, gesellschaftliche Ungleichheiten langfristig abzubauen und die Innovationskraft der Wirtschaft zu stärken.








